Sel des Alpes - Der blog

Tom Lüthi : "Ich brauche kein Gourmetmenu auf der Startaufstellung"

Ein gutes Stück Fleisch gehört bei Motorradrennfahrer Thomas Lüthi fast immer auf den Teller. Der sympathische Weltmeister experimentiert aber auch gerne mit Fisch. Das gibt’s neuerdings immer öfter statt Pasta vor dem Rennen. Nur zwei Schwächen hat er – die haben mit Zmorgen und Schokolade zu tun. Er hat uns zudem verraten, mit welchem Trick er Oliven auf einmal gern hatte und was er gemacht hat, als ihm in China ein rohes Huhn aufgetischt wurde. Wir haben ‚Tom’ in Lausanne getroffen, wo er mit seinen beiden Team-Kollegen einen Abend lang für seine Fans da war. Vor dem Apéro hat er uns ein paar Fragen beantwortet – herzlich, offen und mit viel Gelächter.

Welches Essen gönnst du dir, wenn du ein Rennen gewonnen hast?
(Lacht.) Zuerst einmal brauche ich viel Wasser, weil ich ziemlich ausgeschwitzt und kaputt bin. Zeit für ein feines Menü bleibt leider nicht, da wir wegen der Abreise meistens ziemlich im Stress sind. Dann esse ich ein Sandwich oder etwas Kleines unterwegs. 

Und was isst du, wenn du mehr Zeit hast?
Wenn ich nach einem Rennen früh genug zuhause bin, gibt’s ein feines Stück Fleisch. Am liebsten Rind. Dazu esse ich Teigwaren, Reis oder Gemüse. Ich esse allgemein gerne und viel Teigwaren – vor allem als Vorbereitung auf den Sport.

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Kochst du selber?
Zuhause ja, doch auf dem Rennplatz habe ich immer einen Koch. Der kocht mir dann immer Pasta (lacht).

Hängt die dir auch irgendwann zum Hals raus?
Ja, nach einem langen Rennwochenende reicht es dann schon einmal (lacht). Wir probieren aber auch neue Sachen aus. Ich habe ein bisschen umgestellt und esse nun mehr Fisch und Reis vor dem Rennen. Da experimentiere ich ein bisschen, was am besten für mich ist.

Dann machst du dir viele Gedanken über deine Ernährung?
Ich bin kein Wissenschaftler in Ernährung und auch kein Marathonläufer, bei dem es auf die Ausdauer ankommt. Aber klar, mein Körper muss funktionieren und Teigwaren haben relativ lange, bis der Körper davon profitieren kann. Und diese Zeit bleibt meistens nicht, denn zwischen dem Warm-up und dem Rennen haben wir nur etwa 2,5 Stunden Zeit. Daher ergänze ich die Teigwaren meistes mit schneller Energie, mit Gel zum Bespiel. 

Ist das nicht grusig?
(Lacht laut.) Das Funktionieren ist in jenem Moment wichtig, nicht der Geschmack. Ich brauche kein Gourmetmenu auf der Startaufstellung. 

Du isst anscheinend ziemlich unregelmässig…
Wenn ich unterwegs bin, dann schon. Aber wenn ich zuhause bin und trainiere, esse ich regelmässig. Mit Zmorgenessen bin ich zwar schlecht, ich schlafe lieber etwas länger… (lacht). Zmittag und Znacht gibt’s aber immer. 

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Was ist ein typisches schnelles Zmittag à la Tom?
Spaghetti pomodoro!

Und was kochst du, wenn du jemanden beeindrucken möchtest?
(Lacht laut). Dann gehen wir ins Restaurant! So der Koch bin ich dann doch nicht…

Du reist beruflich sehr oft. Auf welches Land freust du dich am meisten der Speisekarte wegen? 
Argentinien ist nicht schlecht wegen dem Fleisch. 

Gehört bei dir auf jeden Teller ein Stück Fleisch?
Nein, das nicht unbedingt. Aber ich bin damit aufgewachsen. Gutes Fleisch ist gesund und ich habe es gern. Aber ich esse auch Fisch und sonst fast alles. Nur Kutteln mag ich nicht so.

Was war das Exotischste, das du auf Reisen probiert hast?
In China waren wir einmal in einem Restaurant, das eine ziemliche Bruchbude war. Das Personal sprach kein Englisch und auf der Karte verstand ich kein einziges Wort. Ich hatte aber so Hunger, dass ich einfach auf etwas gezeigt habe. Dann kam ein Teller mit einem ganzen Huhn, das in Scheiben geschnitten auf dem Teller lag – roh! Und der Kopf lag daneben zur Verzierung…

Was hast du dann gemacht?
Eine Portion Reis nachbestellt – das Huhn konnte ich wirklich nicht essen.

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Auf deiner Webseite steht, dass du gerne gut und gemütlich mit deinen wichtigsten Leuten isst. Was gehört zu so einem guten Essen?
Ein Stück Fleisch (lacht laut). Nein, das Wichtigste ist, mit den besten Freunden zusammen zu sein. Ich kenne sie noch alle aus der Schulzeit. Es kommt selten genug vor, dass wir uns alle sehen. Dann ist es schön, wenn wir zusammen in ein Restaurant gehen können. 

Was machst du, wenn du mal viel zu viel gegessen hast?
Es kommt zwar nicht oft vor, aber das Gefühl kennen wir wohl alle. Wenn wir dann abends im Bett liegen und denken: Oh nein, das hätte jetzt nicht sein müssen… Das Gute ist, dass ich so viel Sport treibe und daher viel essen muss. Wenn ich gesündigt habe, muss ich zum Glück nicht jedes Reiskörnchen umdrehen. 

Was ist denn deine Sünde?
Kägi fret! Wenn ich da ein Pack öffne, ist es ganz schnell leer… Beim Einkaufen denke ich immer, „Nein, jetzt kaufe ich keines!“. Und dann landet es doch im Wägeli und ist meistens sehr schnell weg. 

Gibt es etwas, das du früher nie gegessen hättest?
Oliven. Die habe ich gar nicht gemocht. Dann hat mir jemand gesagt, du musst zehn Oliven essen und dann hast du sie gerne. Ich habe es probiert und es hat funktioniert. Das habe ich sogar mit einem Freund gemacht – der ist jetzt süchtig nach Oliven.

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26. Mai 2016
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