Sel des Alpes - Der blog

Die Expo in Mailand: Praktische Tipps für Feinschmecker

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Anreise aus der Schweiz

Die einen schwören auf das Flugzeug, die andern auf die Eisenbahn. Falls Sie ein Anhänger der Luftwege sind, sollten Sie jedoch wissen, dass es durchschnittlich drei Stunden braucht, um Mailand von den Schweizer Bergen aus zu erreichen. Je nach Fluggesellschaft fliegen Sie Mailand über drei unterschiedliche Flughäfen an: Malpensa im Nordwesten, Linate im Osten oder Orio al Serio ca. 60 km von der Innenstadt entfernt (nahe Bergamo). Die Hauptstadt der Lombardei verfügt über gute Flugverbindungen mit den wichtigsten Schweizer Städten wie Basel, Bern, Genf, Lugano und Zürich.

Falls Sie in Malpensa landen, ist es sehr einfach, in die Innenstadt zu gelangen. Nehmen Sie einfach den Regionalexpress Mailand-Malpensa, der Sie an den Hauptbahnhof (Milano Centrale) oder an den Bahnhof Cadorna oder Garibaldi bringt. Die Züge verkehren täglich zwischen 4.28 und 0.26 Uhr zu einem Grundtarif von 12 Euro pro Erwachsener. Sollten Sie Swiss fliegen, können Sie Ihr Billett sogar direkt über die Website der Fluggesellschaft buchen. Wenn Sie in Linate ankommen, haben Sie besonderes Glück, da sich der Flughafen nur 7 km von der Innenstadt entfernt befindet. Der Bus Urbana 73 fährt Sie bis ins historische Stadtzentrum, zur Piazza San Babila, wo Sie Anschluss an die Metro-Linie M1 haben, die Sie direkt zur Expo bringt. Oder Sie nehmen den Direktbus Urbana X73, der Sie mit nur einem Zwischenstopp an der Piazza Tricolore an der Piazza San Babila absetzt. Und das sogar zum gleichen Preis von 1.50 Euro, dem Grundtarif für ein Busbillett. Wenn Sie hingegen in Bergamo ankommen, retten Sie nur noch die Shuttle-Busse oder ein guter Freund.

Mit dem Zug dauert die Fahrt nach Mailand 1 Stunde 13 Minuten von Lugano aus und 4 Stunden 5 Minuten ab Zürich. Was die finanziellen Aspekte betrifft, so wird auf der Website der SBB die Fahrt Genf-Mailand ab 22 Euro angeboten. Die Billette können im Vorverkauf 120 bis 14 Tage vor der Abreise bezogen werden. Der Zug spart aber nicht nur Zeit und Geld, sondern bietet auch grossen Komfort, denn er bringt Sie direkt an die Expo, an den Bahnhof Rho Fiera Milano, der sich nur 200 m vom Expo-Gelände entfernt befindet. Die Fahrpläne für Züge aus der Schweiz nach Mailand können Sie hier abrufen.

 

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Von der Innenstadt an die Expo

Die Expo beansprucht eine Fläche von einem ganzen Quadratkilometer und kann daher natürlich nicht mitten im Stadtzentrum untergebracht werden. Die Weltausstellung befindet sich daher im Nordwesten der Stadt, nahe der Station Rho Fiera in Pero, wo viele internationale Messen, darunter auch die bekannte Mailänder Möbelmesse, stattfinden. Wie kommt man am besten dorthin?

Mit dem Auto?

Wer auf öffentliche Verkehrsmittel allergisch reagiert, wählt natürlich das Auto. Doch ob es nun das eigene, ein Mietwagen oder ein Car-Sharing-Angebot ist, es ist auf jeden Fall kein Kinderspiel, mit dem Auto an die Expo 2015 zu gelangen. Durch das obligatorische Reservationssystem für Parkplätze à 14.50 Euro pro Tag bleibt Ihnen zwar das mühsame Suchen nach einem freien Parkplatz erspart, das Steckenbleiben im Stau auf dem Weg dorthin ist aber so gut wie gegeben! Wenn Sie zu denen gehören, die gerne auf Nummer sicher gehen, dann lassen Sie Ihren Wagen doch einfach an der Station Pero (eine Station vor Rho Fiera) stehen: Das Parkieren ist dort gratis und Sie brauchen keine Reservation vorzunehmen. Doch wo ist das nun genau, und wie kommt man dorthin? Die Expo liegt an der Autobahn A4 in Richtung Turin, nahe der Abzweigung zur A50 (Genua-Bologna). Ein Pappenstiel, denken Sie? Na dann viel Glück!

Mit dem Taxi?

Eine gute Alternative ist das Taxi. Die Schwierigkeit besteht dann allerdings nicht mehr darin, hin-, sondern am Ende auch wieder wegzukommen. Das Expo-Gelände verfügt nämlich nur über zwei Taxistationen. Eine liegt nahe des Süd-Eingangs  Merlata, und die andere neben Est Roserio. Aber aufgepasst, nicht alle Taxis in Mailand sind auf Kartenzahlung eingestellt — und bestimmt auch nicht auf den Schweizer Franken! (Taxiblu +39 02 4040, Radio Taxi +39 02 6969).

Mit der Metro?

Sind also öffentliche Verkehrsmittel Ihre letzte Möglichkeit? Wenn Sie zu denen gehören, die gerne ganz geruhsam mit der Metro vom Hotel an die Expo fahren, dann nehmen Sie einfach die rote Linie (M1) bis zur Endstation Rho Fiera. Das Ticket kostet 2.50 Euro und ist 105 Minuten lang gültig. Die Hin- und Rückfahrt kostet das Doppelte. Diese Billette sind auf dem gesamten Netz der Nahverkehrsgesellschaft ATM Milano sowie der Eisenbahngesellschaft Trenord gültig. Mit der Tageskarte (Biglietto giornaliero) à 8 Euro können Sie sich unbegrenzt innerhalb dieser Zone bewegen. Und mit jener à 10 Euro sogar auf dem ganzen Gelände „Area Grande Expo“. Vergessen Sie dabei aber nicht, dass die letzte Metro unter der Woche bereits um 0.10 Uhr ab Rho fährt. Sie können Sie aber eigentlich gar nicht verpassen, da auch die Expo täglich um 23 Uhr ihre Tore schliesst.

Meine Empfehlung: der Zug!

Der Bahnhof Rho: Anschluss an die Regionalzüge! Das Expo-Gelände wird sowohl von der S-Bahn als auch von Regionalexpresszügen bedient. Diese Züge sind zwar schneller als die Metro, sie verkehren aber weniger häufig. Um nach Rho Fiera zu gelangen, nehmen Sie die Linie S5 (Varese-Milano-Treviglio), S6 (Novara-Milano-Treviglio), S11 (Chiasso-Como-Milano) oder S14 (Milano-Rogoredo-Rho Fiera Expo Milano 2015) oder die Regionalzüge Milano-Varese, Milano-Domodossola oder Milano-Arona/Milano-Luino.

Einmal am Bahnhof Rho Fiera angekommen (mit der Metro oder dem Zug), haben Sie die Wahl, entweder den Ausgang Fiorenza und damit die Passerelle zu wählen, oder über den Ausgang Triulza die Unterführung zu nehmen.

Rechnen Sie in jedem Fall mit etwa 30 bis 45 Minuten von der Mailänder Innenstadt bis an die Pforten der Expo. Kommen Sie aber auch nicht zu früh, denn die Expo ist erst ab 10 Uhr geöffnet.

Ist es auch mit dem Velo möglich?

Für Umweltbewusste und Mutige könnte sich sogar das Velo als praktisches Transportmittel für die Expo 2015 herausstellen. Dafür ist aber natürlich auch ein Veloweg vonnöten, der bis zum Expo-Gelände führt. Doch leider müssen wir bereits in Molino Dorino in Pero vom Sattel und auf die Metro umsteigen. Es gibt dennoch zwei gute Routen, um an die Weltausstellung zu gelangen. Die eine beginnt an der Metro-Station Bonola (3 km mit einer maximalen Steigung von 7 %), die andere beginnt am Parco del Portello (7 km mit einer maximalen Steigung von 10 %). Am Ende bin ich froh, mein Velo am Bahnhof in Bex gelassen zu haben!

Das Eintrittsbillet kaufen

Sie haben nicht von den reduzierten Preisangeboten des Vorverkaufs profitiert? Schade... Also nochmals von Anfang an: Falls Sie der Kategorie der gut organisierten Personen zuzurechnen sind, lohnt es sich, ein Billet für ein fixes Datum für ein oder zwei aufeinanderfolgende Tage zu kaufen. Alle anderen wählen ein Billett mit flexiblem Datum für einen oder zwei aufeinanderfolgende oder nicht aufeinanderfolgende Tage; es ist bis am 31. Oktober 2015 gültig. Aber aufgepasst, nachdem Sie Ihre Karte mit einem Datum versehen haben, können Sie dies nicht mehr ändern. Zögern lohnt sich also nicht! Der Eintritt kostet 39 Euro pro Tag (34 Euro mit fixem Datum) und 5 Euro für den Abend. Sie können Ihre Billette direkt auf der Website der Expo 2015 oder bei offiziellen Wiederverkäufern, in der Schweiz vor allem bei der SBB, erstehen. Es bestehen auch weitere Angebote, wie etwa der „Season Pass“, der es dem Inhaber erlaubt, das Expo-Gelände unbeschränkt zu besuchen (115 Euro für Erwachsene). Das gesamte Ticketangebot können Sie hier einsehen.

Eine Welt für Feinschmecker

Einmal vor Ort, können Sie in den weltweit einzigartigen Themenpark zu den Bereichen Ernährung und Energie eintauchen. Eine Reise in 144 Länder und eine Vertiefung zu einer Vielzahl an Produkten (Reis, Gewürze, Kakao, Getreide usw.). Eine wahre Symphonie an Farben und Geschmäckern, wo alles auf die grossen wie auch die kleinen Gourmets ausgerichtet ist.

Die Expo Milano 2015 ist zweifellos eine einzigartige Gelegenheit, um die Küchen der Welt zu erkunden. Es gibt an die 200 Orte um sich zu stärken, allerdings nicht unbedingt, um sich zu erholen — viele von ihnen bieten nur sogenannten Street Food an. Aber warum auch nicht? Holland führt uns zum Beispiel exemplarisch vor, wie man das ohne grosses Tamtam zu seinem Geschäft machen kann. Die richtigen Restaurants stehen dafür wegen ihrer astronomisch hohen Preise im Kreuzfeuer der Kritik. Lassen Sie sich aber davon nicht den Appetit verderben. Begeben wir uns stattdessen auf einen Spaziergang entlang der Decumano (Name der „Hauptstrasse“, die an die städtebaulichen Prinzipien des antiken Roms erinnert) und damit auf die Suche nach den Schlemmerorten, die allemal einen Besuch wert sind.

 

Italienische Küche

Wie man heute ja auch überall Pizzerias findet, ist Italien auch an der Expo in allen Ecken der Welt vertreten. In den Räumen von Eataly wird die reiche gastronomische Tradition des stiefelförmigen Mittelmeerlandes in 21 alternierenden Restaurants dargeboten, die verschiedene lokale Spezialitäten anbieten und so den Reichtum der italienischen Kochkunst in ihrer Gesamtheit abbilden. Probieren Sie die fantastische Pasta, le Trofie al pesto im O Magazin (Ligurien), die Baccalà mantecato e alla vicentina con polenta (Stockfisch mit Polenta) in der Trattoria al Pompiere (Venedig) oder auch die Zucchiniblüten mit Basilikum, Fior di zucca al profumo di basilico bei Peppe Zullo (Apulien).

Im Pavillon Identità Golose Expo, der vom 3-Sterne-Koch Massimo Bottura eröffnet wurde, kreiert jede Woche ein anderer italienischer oder internationaler Küchenchef ein vorzügliches Menu. Insgesamt sind 450 Darbietungen zur hohen italienischen Kochkunst vorgesehen.

Im Pavillon Slow Food sind es wiederum die Wein- und Käsespezialisten, die Sie erwarten. Echte Feinschmecker werden es sich auch nicht nehmen lassen, für ein Glacé ins Grom zu gehen, oder zumindest eine Kugel nach Wahl vom Sweet Bike, das in den Expo-Räumen seine Runden dreht, zu ergattern. Gesundheitsbewusste Personen wiederum begeben sich am besten in die Juicebar oder ans Gluten Free Fest. Trinkwasser steht ausserdem auf dem gesamten Expo-Gelände gratis zur Verfügung. Das soll Sie aber natürlich nicht davon abhalten, am Ende eines langen Tages mit einem Glas Franciacorta, einem typischen Spumante der Lombardei, anzustossen. Dieser lässt sich auch hervorragend mit italienischem Kaviar kombinieren. La dolce vita eben...

 

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Weltküche

Was den Besuch der diesjährigen Expo aber besonders auszeichnet, da sind wir uns bestimmt einig, ist die internationale Küche. So weist sozusagen jeder Pavillon ein eigenes Restaurant auf. Japan (G24) verfügt zum Beispiel über einige Tische, ist aber sehr teuer, Mexiko (H19) und Frankreich (G18) haben je ein Restaurant mit Terrasse. In Vietnam (H9) werden Sie dafür von der grossen Vielfalt an angebotenen Köstlichkeiten verführt. Ein Tipp: Verfolgen Sie das Tagesprogramm, um sich im Voraus über die Degustationen in den verschiedenen Pavillons zu informieren. (Gratis WLAN auf dem gesamten Expo-Gelände verfügbar!)

Und falls es Ihnen nach etwas Solidarität zumute ist, sollten Sie unbedingt eines der drei Restaurants im Cascina Triulza, dem einzigen historischen Ort auf dem Gelände, beim Eingang der Expo besuchen.

 

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Nächste Woche

Und weil die Expo auch aus dem Off besteht, begeben wir uns nächste Woche wieder in die Stadt, um eine weitere Spezialität der Mailänder Küche zu entdecken. In der Zwischenzeit sollten Sie folgende Apps herunterladen, die Ihnen helfen, sich an der Expo 2015 zurechtzufinden: Nämlich jenes der ATM und jenes der Expo 2015. Ich wünsche Ihnen einen ausgezeichneten Aufenthalt!

 

Sophie, 8. Mai 2015

8. Mai 2015
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